Maria-Rahel Enggist v/o Nivalis

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Der Bahnhof Bern wird täglich von 260'000 Personen passiert, obwohl er eigentlich nur für 160'000 ausgelegt wurde. Die Erweiterung des Bahnhofs soll diese Überlastung nun beheben. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, da diese aber unterirdisch stattfinden, sind sie noch nicht bemerkbar.

Am 29.03.2017 pünktlich um 18.00 Uhr traf sich eine Berchtolderschar auf der grossen Schanze mit dem Ziel, den jetzigen und zukünftigen Bahnhof besser kennen zu lernen. Denn obwohl wir den Bahnhof täglich passieren, bleibt uns vieles verborgen. Mit Hilfe der Securitrans konnten wir nicht nur hinter die Fassaden des Bahnhofs sehen, sondern erhielten auch die Möglichkeit einen Blick in die tägliche Arbeit der Sicherheitsleute zu werfen.

Zuerst begaben wir uns in die Überwachungszentrale der Securitrans. Dort wurden wir mit Cyrill Zenhäusern bekannt gemacht, der uns durch diesen Abend begleiten würde. Nach ein paar schockierenden Geschichten – vor allem im Zusammenhang mit Personenunfällen – erklärte uns Cyrill die Reichweite seiner Tätigkeit. Diese ginge von simplen Hilfestellungen, z.B. einer älteren Frau erklären, wo ihr nächster Zug fährt, bis hin zu Evakuierungen des ganzen Bahnhofs Bern. Nach den vielen interessanten Stories und Fragen von unserer Seite, begleitete Cyrill uns in den nächsten Raum. Mit grossen Augen betrachteten wir die vielen Bildschirme, welche die wichtigsten Eckpunkte des Bahnhofs überwachen. Er erklärte uns, dass diese meistens nur im Nachhinein verwendet werden und nicht zur direkten Überwachung dienen. Der Mitarbeiter, der vor den Bildschirmen stand war fleissig damit beschäftigt Telefonate entgegen zu nehmen und Daten zu erfassen. Jede eingehende Meldung wird zunächst von ihm bearbeitet und nötigenfalls an die zuständige Person weitergeleitet. Mit bedauern mussten wir aber feststellen, dass die Securitrans leider nicht befugt ist, via Lautsprecher fehlbare Personen in die Schranken zu weisen. Cyrill meinte dazu: „Das kannst du schon machen, aber dann musst du am nächsten Tag nicht mehr zur Arbeit kommen.“ Wir haben also gelernt, dass die Lautsprecheranlage ein absolutes Heiligtum der SBB ist und nur in den grössten Notfällen von einer befugten Person bedient werden darf.

Als nächstes führte uns Cyrill in ein nahe liegendes Gebäude, wo wir mit grosser Neugier das Modell des neuen Bahnhofs betrachten durften. Es füllte einen Raum und vor lauter Unterführungen, Geleisen und Treppen wusste man gar nicht wohin man seinen Blick wenden sollte. Fakt ist, dass der neue Bahnhof an Grösse gewinnt, indem in die Tiefe gebaut wird, aber auch indem der Untergrund neu bis zum Hirschengraben reicht. 

Doch erst richtig bewusst, wie gross der Bahnhof Bern ist und wird, wurde uns, als Cyrill unsere Truppe in den Untergrund führte. Die vielen Gänge und Schächte erinnerten an einen alten James Bond oder Edgar Wallace Film. Die ganzen Lieferungen für die Geschäfte werden hier angeliefert und gelagert. Aber am meisten glänzten die Äuglein der Berchtolderbande, als sie das Lager vom Drinks of the World sahen. 

Zum eindrücklichen Abschluss der Führung, brachte uns Cyrill auf das Dach des Aufnahmegebäudes, von welchem wir die Stadt in tiefstes Abendrot versinken sahen.

 

Dieser WAC hat uns eine neue Sicht auf das Schaffen der Securitrans eröffnet und lässt uns künftig sicherlich die wertvolle und fordernde Arbeit weitaus mehr wertschätzen. Die Führung hat uns aber auch klar gemacht, wie dringend der neue Bahnhof benötigt wird und welche grossen Herausforderungen mit diesem Projekt einhergehen. 

Kurz und bündig: Ein ausgesprochen kurzweiliger und informativer Wissenschaftsanlass, unter äusserst humorvoller Leitung – an dieser Stelle ein grosses Merci an Cyrill.

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