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Die aktuellen Nachrichten vom Joomla!-Team

Sandro Portmann v/o Neptun

Mit dem Fuxifikationsstamm vom vergangenen Mittwoch kontnen wir gleich drei Spefuxen aufnehmen. Wir begrüssen Bellwald v/o Silva, Radtke v/o Kore und Bratschi v/o Rococo herzlich in der AV Berchtoldia und wünschen ihnen viel Spass im Kreise der Berchtolderfamilie und hoffen, dass sie ihre Fuxenzeit geniessen.

Sandro Portmann v/o Neptun

Jungfchse

Das Semester ist in vollem Gange und wir freuen uns über gleich drei Spefuxen! Bratschi v/o ai "I weiss ned wie nes J usgseed", Radtke v/o ai "Le coq est mort" und Bellwald v/o ai "Leetschetal, in Härz gmeisslut". Wir wünschen den drei eine schöne Spefuxenzeit und freuen uns bereits jetzt auf ihre Fuxifikation anlässlich des Stamms vom 01.11.

Dominik Feusi v/o Caritas

Berchtoldia scan 300dpi optDie Reformverbindung Berchtoldia (Bern) präsentiert sich ein Jahr nach ihrer Gründung schlicht und ohne couleurstudentischen Prunk.

Vor 100 Jahren wurde in Bern die Reformverbindung «Berchtoldia» gegründet – als Antwort auf deutsche Trinksitten.

Ende Mai 1917: Rund um die Schweiz tobt der Weltkrieg. Dass es der erste sein würde, weiss zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Dieser Krieg ist etwas völlig Neues, sowohl für die Militärs, die Politiker als auch für die Bevölkerung. In der Schlacht bei Arras, im Norden Frankreichs, haben die mit Frankreich verbündeten Briten und Kanadier gegen die Deutschen eben einige Gelände­gewinne erzielt, aber in einer einzigen Woche 150 000 Soldaten verloren.

Der Krieg steht bereits im dritten Jahr. In den Schweizer Städten wird die Versorgung mit Lebensmitteln schwierig. Soldaten und ihre Familien geraten in finanzielle Not, denn einen Erwerbs­ersatz für die immer wieder an die Grenze beorderten Truppen gibt es nicht. In Russland läuft die Revolution, seit Lenin im April in einem plombierten Zug aus dem Exil in der Schweiz in seine Heimat gefahren wurde. Es herrschen chaotische Zustände.

Am 29. Mai desselben Jahres treffen sich im Restaurant Schmiedstube in der Berner Altstadt sieben jurassische Studenten. Sie gründen eine Studentenverbindung neuen Typs und nennen sie in Anlehnung an Berchtold V. von Zähringen, den Gründer der Stadt Bern, «Berchtoldia». Sie wird die erste «Reformverbindung» in der Schweiz, einer neuen Art von studentischem Verein. Noch im gleichen Sommer erhält sie die definitive Genehmigung des damals noch katholischen Dachverbandes von Studentenverbindungen, des Schweizerischen Studentenvereines (StV). Die Berchtoldia grenzt sich ab von den verbreiteten deutschtümelnden Studentensitten mit Biertrinkzwang, rituellem Trinken und ebenso opulenten wie kostspieligen Feiern in den bestehenden akademischen Kreisen in Bern. Sie will mehr Wissenschaft und soziale Verantwortung in ihrem Vereinsbetrieb.

Zwei der sieben Gründer waren Monate zuvor aus einer anderen Berner Verbindung, der «Burgundia», ausgeschlossen worden, weil sie weniger trinken und sich mehr wissenschaftlich betätigen wollten. Auf ihre scharlachroten Mützen sticken sich die Gründer bewusst nicht einen schön geschwungenen, an deutsche Verbindungen erinnernden Verbindungszirkel, sondern das schlichte Schweizerkreuz.

Der grosse Graben

Es ist kein Zufall, dass die Gründer der neuen Verbindung aus der Romandie stammten. Und auch nicht, dass die Gründung mitten in den Weltkrieg zu liegen kam. Das kleine Ereignis in der «Schmiedstube» versinnbildlicht eine schwierige Krise des noch nicht so alten Bundesstaates   – und die schweizerische Antwort darauf, sich auf Gründungsideale zurückzubesinnen und dem deutschen Korpsstudententum eine schweizerische Antwort entgegenzusetzen.

Der Kriegsausbruch im Sommer 1914 stellte die Schweiz auf eine seit 1848 nie da gewesene Probe. Aus der Konfrontation zwischen Deutschland und Frankreich wuchs zum ersten Mal ein offener und grundsätzlicher Graben zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. Besonders der deutsche Nationalismus seit der Reichsgründung 1871 war nicht spurlos an der deutschen Schweiz vorübergegangen. Auf beiden Seiten gab es Scharfmacher, die mehr oder weniger offen darüber nachdachten, ob es nicht besser wäre, statt einem komplizierten und mehrsprachigen Kleinstaat einem grösseren Ganzen, sei es der aufstrebenden Kulturnation Deutschland oder dem älteren und in den Augen vieler Romands überlegenen Frankreich, anzugehören.

Die Wahl von Ulrich Wille zum General der Schweizer Armee, deutscher Korpsstudent und mit der deutschen Clara von Bismarck verheiratet, wurde in der Westschweiz besonders kritisiert. Der Überfall der Deutschen auf das neutrale Belgien und Berichte über deutsche Kriegsgräuel wie die Zerstörung der Stadt Löwen Ende August 1914 schürten die Antipathie gegenüber einer deutschfreundlichen Elite in Armee und Politik. Spätestens seit der «Obersten-Affäre» 1915/1916, bei der bekannt wurde, dass zwei Offiziere des Nachrichtendienstes Informationen an Deutschland weitergeleitet hatten, standen Deutschland, deutsche Formen und damit auch deutsches Verbindungswesen unter generellem Verdacht. Am 27. Januar 1916, dem Geburtstag des deutschen Kaisers Wilhelm II., rissen antideutsche Gymnasiasten die kaiser­liche Fahne am deutschen Konsulat in Lausanne herunter.

Neben den Scharfmachern gab es auch ausgleichende Stimmen, die zum Zusammenhalt des Landes mahnten, besonders in der Neuen Helvetischen Gesellschaft (NHG), wie der spätere Literaturnobelpreisträger Carl Spitteler. Er rief in einer aufsehenerregenden Rede im Dezember 1914 zu einer «eidgenössischen Kopfklärung» auf. Das Land müsse einen eigenen «Schweizer Standpunkt» einnehmen, zusammenfinden und sich weder an Deutschland, noch an Frankreich anlehnen. Die Landesgrenze müsse auch für die «politischen Gefühle» eine Grenze sein. «Alle, die jenseits der Landesgrenze wohnen, sind unsere Nachbarn, und bis auf Weiteres liebe Nachbarn; alle, die diesseits wohnen, sind mehr als Nachbarn, nämlich unsere Brüder.» Das Bekenntnis zur Schweiz der sieben Romands in der «Schmiedstube» in Bern ist so inspiriertes patriotisches Zeichen, in einer Zeit der äusseren wie inneren Gefahr für die Willensnation Schweiz.

Nur: Dieses Motiv haben die Gründer der Reformverbindung nicht neu erfunden. Der Schweizerische Studentenverein, dem die sieben zum Zeitpunkt der Gründung der «Berchtoldia» bereits angehören, kennt dieses patriotische Bekenntnis aus seiner eigenen Geschichte. Er wurde 1841 in Schwyz als Reaktion auf die Saubannerzüge der protestantischen Liberalen gegen Luzern gegründet, bemerkenswerterweise aber nicht als antimoderner Verein gegen einen Bundesstaat, sondern für einen Staat, der die kantonale Souveränität und Eigenheit bewahren sollte.

Nur nach und nach nahm er studentische Formen, wie eine farbige Mütze, farbiges Band und damit verbundene Hierarchien und Trinksitten, an. Dieses Brauchtum wurde von den Auslandssektionen des Verbandes in die Schweiz gebracht, die es bei deutschen und österreichischen Verbindungen abgeschaut hatten. Hierzulande gab es bis 1889 keine katholische Universität, weshalb viele Studenten in Freiburg im Breisgau, München oder Innsbruck studierten.

Gegen den Prunk

Der Studentenverein hatte sich von Anfang an als patriotischer Zusammenschluss verstanden und in den ersten 35 Jahren auch protestantische Mitglieder gehabt. Nach der Niederlage der Katholiken im Sonderbundskrieg von 1847 half er mit, die Verlierer in den neuen Bundesstaat einzugliedern. Erst im Kulturkampf der 1870er-Jahre, als sich für rund hundert Jahre ein katholisch-konservatives Milieu bildete, präzisierte er, dass seine Mitglieder katholisch seien.

AKVBurgundiaStall SS1904 100dpiDer «Fuxenstall» der Burgundia (Bern) 1904. 1916 werden zwei Romands ausgeschlossen, weil sie diese Formen ablehnen.

Gleichzeitig schwelte im Verein der Konflikt zwischen dem geselligen Element und der idealistischen Ausrichtung der Gründerjahre. Ab den 1880er-­Jahren diskutierte der StV während dreissig Jahren, welche Trinksitten akzeptabel seien und wie sich dies auf die Betätigung der Mitglieder in ­Wissenschaft und Religion auswirke.

Hinzu kam gegen Ende das Jahrhunderts die «soziale Frage». Papst Leo XIII. hatte 1892 mit einer Enzyklika als Antwort auf den Kommunismus und Liberalismus des 19. Jahrhunderts den Grundstein für eine katholische Sozialpolitik gelegt, die 1891 mit Josef Zemp, einem Mitglied des Studentenvereins, erstmals im Bundesrat vertretenen katholischen Milieu geradezu aufgesogen wurde. Im StV lieferte die Enzyklika neue Argumente gegen studentischen Prunk, Äusserlichkeit und Alkohol. Mehrere Versuche von Vereinsgremien, deutsche Gebräuche einzudämmen, scheiterten allerdings bei der Umsetzung in den Sektionen vor Ort.

Krach im Zofingerverein

Nicht nur im katholischen Studentenverein, auch in anderen Studentenverbänden wurde die Reform des Verbindungslebens intensiv diskutiert, so um die Jahrhundertwende im reformierten und freisinnigen Pendant des StV, dem Zofingerverein. Dort bildete sich die Fraktion der «Idealzofinger», welche die aus Deutschland eingeführten Sitten und Gebräuche abschaffen und sich mehr der Wissenschaft und der Politik widmen wollte. In Zürich führte der Streit um die äusserlichen Formen 1903 gar zu einer Abspaltung.

Die Frage einer Reform des Verbindungswesens blieb trotzdem ungelöst, erhielt aber zunehmend eine politische Dimension. Die «Idealzofinger» neigten zur Sozialdemokratie. 1916 hielt die «Zofingia» ihre Zentraldiskussion nicht zufällig zum Thema «Der Imperialismus der Grossmächte und die Schweiz» ab. Der deutschlandfreundliche General Wille wurde zum Inbegriff der sich nach dem nördlichen Nachbarn orientierenden Elite. Es ist kein Zufall, dass die antideutschen Demonstranten vor dem deutschen Konsulat in Lausanne im Januar 1916 von einem guten Dutzend Zofinger angefeuert wurden.

Wie im StV waren es vor allem die Romands, die sich gegen deutsche Formen wehrten. Zu einer Neugründung innerhalb des Zofingervereins wie die «Berchtoldia» kam es allerdings nicht, weil dieser strikte daran festhielt, dass es an einer Universität nur eine «Zofingia» geben dürfe.

Abschaffung des Trinkzwangs

Es war der Weltkrieg, der dem Reformgedanken im katholischen Dachverband zum Durchbruch verhalf. Politisch stand der Verein wegen der katholischen Soziallehre geschlossener da als die Zofinger. Doch wie die Gründungsideale gelebt werden sollten, war umstritten. Im Sommer 1916 beschloss die Generalversammlung des Studentenvereins in einem «Reformprogramm», dass Trinkzwang und Bierduelle abgeschafft und die Zahl der obligatorischen Anlässe in den Vereinssektionen reduziert werden müsse. Ziel war die Rückbesinnung auf die Gründungsidee des Vereins, auf ein Gleichgewicht von Ideellem und Geselligem, auf das Bekenntnis zur Schweiz statt zu fremden Trinksitten, also dem Verzicht auf den «esprit imbu d’Outre-Rhin», den «Geist von ennet dem Rhein», wie sich ein Gründer der «Berchtoldia» in einem Brief an die Vereinsleitung ausdrückte. Es dürfe keinem grundsatztreuen Studenten aus finanziellen Gründen der Eintritt in die Verbindung verwehrt bleiben. Auf keinen Fall dürfe die Verbindung das Studium beeinträchtigen.

Von diesem Beschluss ist es nur ein kleiner Weg bis zur Gründung der «Reformverbindungen», denn die Umsetzung in den Verbindungen vor Ort liess wiederum auf sich warten. Worauf sich Romands und Sympathisanten in Deutschschweizer Verbindungen widersetzten, austraten oder ausgeschlossen wurden. Sie gründeten neue Verbindungen.

So entstand aus der Rückbesinnung des patriotischen Studentenvereins und der Ablehnung deutscher Verbindungsformen unter dem Eindruck des Weltkrieges in Bern (1917), danach in Freiburg (1918, «Fryburgia») und später in Zürich (1921, «Welfen») ein neuer Verbindungstyp. Erst 1939 erreichte die Reformbewegung auch die Universität Basel, als sich die «Froburger» von der «Rauracia» abtrennten.

Die Reformverbindungen aus dem damaligen Geist bestehen noch heute. Seit den Siebzigerjahren haben sie sich folgerichtig mehrheitlich für Frauen geöffnet, weil ein gesellschaftliches und wissenschaftliches Engagement keine männliche Angelegenheit mehr war und nur mit dem anderen Geschlecht funktionieren konnte. Die «Berchtoldia» engagierte sich besonders im Dachverband, dem StV, aber auch in Wirtschaft und Politik: In den Sechziger- und Siebzigerjahren hätte sie im Bundesparlament eine eigene Fraktion stellen können.

In Bern feiert die Gründung der ­sieben Jurassier vom Mai 1917 an Pfingsten ihren 100. Geburtstag. Erwartet werden mehr als dreihundert Gäste aus dem In- und Ausland   – auch aus Deutschland.

Sandro Portmann v/o NeptunSport-X

Gipfelstuermer2Die Gipfelstürmer von links: Portmann v/o Neptun, Fischer v/o Funky, Wenzl v/o Amfortas, Bergführer Willy (kniend), Birkner v/o Kenny,  Brun v/o Strich (kniend) und Greissing v/o Situs.

Auch im Jubeljahr haben wir uns aufgemacht in die Schweizer Bergwelt um einen Gipfel zu bezwingen. Ziel dieses Jahr war das Bishorn auf 4'153 m.ü.M., gelegen im Kanton Wallis. Doch alles der Reihe nach.

Wie in den letzten Jahren, so durften wir auch in diesem Jahr Mitstreiter aus Österreich zum Gipfelsturm begrüssen. So setzte sich das Team 2017 aus Wenzl v/o Amfortas, Fischer v/o Funky, Brun v/o Strich, Birkner v/o Kenny, Greissing v/o Situs und meiner Wenigkeit zusammen. Da unsere drei Freunde aus Österreich ins schöne Wallis eine etwas längere Strecke zurückzulegen hatten, trafen wir uns bereits am Donnerstagabend in Zinal VS um uns bei einem gemeinsamen Abendessen auf die Tour einzustimmen. Nach einem feinen Znacht fielen alle bei Zeiten ins Bett, denn der nächste Morgen hielt mit dem Hüttenaufstieg doch gleich ein erstes pièce de résistence bereit.

Ausgeruht traf man sich dann um acht Uhr morgens beim Frühstückstisch, wo dann auch unser Bergführer Willy zur Truppe stiess. Nachdem sich nun alle gestärkt hatten und auch noch die letzten Besorgungen und Bargeldbezüge erledigt waren, ging es per Automobil bis zum Hüttenparkplatz, bevor man den 1'600 Höhenmeter starken Aufstieg unter die Füsse nahm. Das Wetter belohnte uns bereits bei diesem Aufstieg und so gerieten wir schnell ins schwitzen. Da wir uns allerdings den ganzen Tag über Zeit nehmen konnten störte das gar nicht. Auf der Hütte angekommen konnten noch die letzten Sonnenstrahlen genossen werden, bevor es zum mittlerweile obligaten Hüttenkafi mit Kuchen ging, um die vom Aufstieg hungrigen Mägen auf das bevorstehende Abendessen vorbereiten zu können. Nach dem feinen Hüttenznacht sass man dann noch bei Bier und Wein zusammen und liess den Abend ein wenig ausklingen, um dann den wohlverdienten Schlaf aunzutreten.

tag1 2017Tag 1 in der Zusammenfassung

Nach einer kurzen Nacht war bereits um 04:30 Uhr Tagwache angesagt, denn schliesslich stand heute der Gipfelsturm auf dem Programm! Also raus aus den Federn und ab zum Frühstück, um sich für den bevorstehenden Tag zu stärken. Nach dem Hüttenzmorge hiess es dann nur noch Anziehen und los auf den Gletscher, damit wir um 05:55 losmarschieren konnten. Der anbrechende Tag war vielversprechend und zusammen mit der morgendlichen Ruhe geradezu meditativ. Nach einem kurzen Stück über die Moräne zur Gletscherzunge schnallten wir uns die Steigeisen auf die Füsse, teilten uns in zwei Seilschaften auf und seilten uns an. Kurz darauf ging es dann auch schon los auf das (mittlerweile nicht mehr so) ewige Eis des Turtmanngletschers. Über und vorbei an einigen grösseren und kleineren Gletscherspalten stiegen wir beständig weiter auf. Schon bald liessen wir die Nordwestwand unseres Ziels rechts liegen und folgten weiter dem nun steiler werdenden Gletscher. Die Höhe machte sich immer mehr bemerkbar, wodurch immer mal wieder kleine Pausen eingelegt wurden. Doch kurz vor 10:00 war es so weit. Wir standen am letzten kurzen Schneehang und das Ziel war zum Greifen nah. Die Schneewand war rasch durchstiegen usn so standen wir nun auf dem Gipfel! Was für ein Gefühl, denn für viele von uns war es die erste Besteigung eines 4'000ers und entsprechend gross war die Freude, die Herausforderung gemeistert zu haben. Eine gute halbe Stunde genossen wir so das wunderbare Bergpanorama von den höchsten Engadinern über das Monte Rosa Massiv bis hin zu den Berner Alpen und lauschten dabei Willys sachkundigen Erklärungen. Einfach nur gigantisch, wunderschön und  lehrreich (schliesslich sollte die scientia auch in 4'153 m Höhe nicht fehlen). Doch wie auf jeder Bergtour, so mussten auch wir den Rüchweg unter die Füsse nehmen und uns langsam aber sicher wieder an den Abstieg machen. Dieser fiel uns einiges einfacher als noch der Aufstieg, denn mit den Bildern vom Gipfel im Kopf schien es doch einiges einfacher vorwärts zu gehen als noch am frühen Morgen. Auf der Hütte angekommen galt es sich erstmal auszuruhen und auch nach der erfolgreichen Gipfelbesteigung durfte das obligate Hüttenkaffee mit hausgemachtem Apfeltarte nicht fehlen! Wir feierten unseren Erfolg und nach einem feinen Znacht, welches die leeren Batterien wieder ein wenig auffüllte, sassen wir noch eine Weile am Tisch und philosophierten über Gott und die Welt, bevor wir uns auf unser Zimmer begaben um vor dem bevorstehenden Hüttenabstieg den Schlaf des Gerechten schliefen.

gipfelpanoDas Gipfelpanorama auf dem Bishorn. Links das Weisshorn und anschliessend die Berner Alpen.

Nach einer erholsamen Nacht hiess es anderntags "ausschlafen", denn für den Abstieg war das Frühstück erst auf 07:00 angesagt. Nach dieser wohlverdienten Stärkung machten wir uns bereit, um den langen und anstrengenden Hüttenabstieg unter die Füsse zu nehmen. Trotz des zu Beginn steilen Weges konnten wir das Seil bei Seite lassen und ohne zusätzliche Sicherung absteigen, auch wenn das arg auf die Knie ging ;) Das Wetter spielte jedoch auf alle Fälle mit und so konnten wir die schöne Berglandschaft nochmals in vollen Zügen geniessen und den gestrigen Tag vor dem inneren Auge und beim quaseln nochmals Revue passieren lassen. Doch auch der längste Abstieg hat mal ein Ende und beim Parkplatz angekommen hiess es dann raus aus den Bergschuhen, rein in Flip Flops oder Turnschuhe und den geschundenen Füssen ein wenig Luft gegönnt, bevor man sich imi Dorf noch zu einem letzten Bier vor der Heimfahrt traf.

tag3 2017Tag 3 mit einem letzten Blick auf Hütte und Bishorn und einigen Impressionen vom Abstieg.

Ich möchte mich als Sport-X nochmals herzlich bei allen Teilnehmern bedanken. Es war eine wunderbare Tour und das erreichte Gipfelziel eines meiner persönlichen Highlights im Jubelsommer! Ein besonderer Dank geht auch an unseren Bergführer Willy Aegerter, welcher uns wieder mit seiner gewohnt lockeren, aber dennoch Sicherheit vermittelnden Art, sicher auf und v.a. wieder vom Gipfle geführt und dabei mit seinem Wissen über die Schweizer Bergwelt den Horizont des ein oder anderen erweitern konnte. Für alle, welche in diesem Jahr leider nicht mit dabei sein konnten sei gesagt, dass wir bereits wieder in der Planung für den Sommer 2018 sind. Über das detaillierte Programm werde ich dann zu gegebener Zeit informieren.

Einige weitere Impressionen finden sich hier.

 

Maria-Rahel Enggist v/o Nivalis

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Der Bahnhof Bern wird täglich von 260'000 Personen passiert, obwohl er eigentlich nur für 160'000 ausgelegt wurde. Die Erweiterung des Bahnhofs soll diese Überlastung nun beheben. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, da diese aber unterirdisch stattfinden, sind sie noch nicht bemerkbar.

Am 29.03.2017 pünktlich um 18.00 Uhr traf sich eine Berchtolderschar auf der grossen Schanze mit dem Ziel, den jetzigen und zukünftigen Bahnhof besser kennen zu lernen. Denn obwohl wir den Bahnhof täglich passieren, bleibt uns vieles verborgen. Mit Hilfe der Securitrans konnten wir nicht nur hinter die Fassaden des Bahnhofs sehen, sondern erhielten auch die Möglichkeit einen Blick in die tägliche Arbeit der Sicherheitsleute zu werfen.

Zuerst begaben wir uns in die Überwachungszentrale der Securitrans. Dort wurden wir mit Cyrill Zenhäusern bekannt gemacht, der uns durch diesen Abend begleiten würde. Nach ein paar schockierenden Geschichten – vor allem im Zusammenhang mit Personenunfällen – erklärte uns Cyrill die Reichweite seiner Tätigkeit. Diese ginge von simplen Hilfestellungen, z.B. einer älteren Frau erklären, wo ihr nächster Zug fährt, bis hin zu Evakuierungen des ganzen Bahnhofs Bern. Nach den vielen interessanten Stories und Fragen von unserer Seite, begleitete Cyrill uns in den nächsten Raum. Mit grossen Augen betrachteten wir die vielen Bildschirme, welche die wichtigsten Eckpunkte des Bahnhofs überwachen. Er erklärte uns, dass diese meistens nur im Nachhinein verwendet werden und nicht zur direkten Überwachung dienen. Der Mitarbeiter, der vor den Bildschirmen stand war fleissig damit beschäftigt Telefonate entgegen zu nehmen und Daten zu erfassen. Jede eingehende Meldung wird zunächst von ihm bearbeitet und nötigenfalls an die zuständige Person weitergeleitet. Mit bedauern mussten wir aber feststellen, dass die Securitrans leider nicht befugt ist, via Lautsprecher fehlbare Personen in die Schranken zu weisen. Cyrill meinte dazu: „Das kannst du schon machen, aber dann musst du am nächsten Tag nicht mehr zur Arbeit kommen.“ Wir haben also gelernt, dass die Lautsprecheranlage ein absolutes Heiligtum der SBB ist und nur in den grössten Notfällen von einer befugten Person bedient werden darf.

Als nächstes führte uns Cyrill in ein nahe liegendes Gebäude, wo wir mit grosser Neugier das Modell des neuen Bahnhofs betrachten durften. Es füllte einen Raum und vor lauter Unterführungen, Geleisen und Treppen wusste man gar nicht wohin man seinen Blick wenden sollte. Fakt ist, dass der neue Bahnhof an Grösse gewinnt, indem in die Tiefe gebaut wird, aber auch indem der Untergrund neu bis zum Hirschengraben reicht. 

Doch erst richtig bewusst, wie gross der Bahnhof Bern ist und wird, wurde uns, als Cyrill unsere Truppe in den Untergrund führte. Die vielen Gänge und Schächte erinnerten an einen alten James Bond oder Edgar Wallace Film. Die ganzen Lieferungen für die Geschäfte werden hier angeliefert und gelagert. Aber am meisten glänzten die Äuglein der Berchtolderbande, als sie das Lager vom Drinks of the World sahen. 

Zum eindrücklichen Abschluss der Führung, brachte uns Cyrill auf das Dach des Aufnahmegebäudes, von welchem wir die Stadt in tiefstes Abendrot versinken sahen.

 

Dieser WAC hat uns eine neue Sicht auf das Schaffen der Securitrans eröffnet und lässt uns künftig sicherlich die wertvolle und fordernde Arbeit weitaus mehr wertschätzen. Die Führung hat uns aber auch klar gemacht, wie dringend der neue Bahnhof benötigt wird und welche grossen Herausforderungen mit diesem Projekt einhergehen. 

Kurz und bündig: Ein ausgesprochen kurzweiliger und informativer Wissenschaftsanlass, unter äusserst humorvoller Leitung – an dieser Stelle ein grosses Merci an Cyrill.

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