Hoher Senior der Leopoldina
Geschätzte Anwesende

 

Eine kurze Erklärung zu unserer Fahnenstange: Nein, sie hatte kein schlechtes blaues Pillchen aus China, sondern wurde extra für den heutigen Anlass angefertigt, da wir bisher immer etwas Mühe hatten, im niederen Saal einzuchargieren. Eine weitere Idee von der Leopoldina, nämlich die Turmspringer von der Leo-Bude, wird momentan in Bern ausgiebig getestet, doch leider gehen uns allmählich die Fuxen aus.

 

Nicht nur die Verbindungen K.ö.H.V. Leopoldina und die AV Berchtoldia sind sich seit nunmehr 65 Jahren im Geiste und Wertvorstellungen Geschwister, nein, es sind dies auch die Länder Österreich und Schweiz. Um die meist montanare Verhaltenheit beider etwas aufzubrechen, besuchte im März diesen Jahres, Frau Bundesrätin Leuthard den neuen alten österreichischen Bundespräsidenten. Ob sie diesen wegen der knappen Niederlage an der Ski-WM in Val d’Isère getröstet hat, weiss man leider nicht. Es wird aber gemunkelt, dass sie ihm eine Skibindung von Simon Ammann mitgebracht hat, die er, falls er wieder einmal eine Vorlesung an der Uni Innsbruck hält, dann auch auf dem Bergisel ausprobieren kann – dem Ruf des Überfliegers muss er schliesslich auch gerecht werden, denn wer kann schon von sich behaupten, dass er mehr Wählerstimmen erhalten hat, als er Lenze zählt.



Eventuell fiel im knisternd-heissen Gespräch der beiden genannten auch das Stichwort Klimaerwärmung: Denn wir als Binnenländer, mit genügend Drei- und Viertausendern, müssen uns ja vor dem steigenden Wasserspiegel nicht fürchten. Im Gegensatz zu den Holländern… - na ja, die meisten von ihnen stecken ohnehin den Grossteil ihrer Zeit im Stau am Gotthard, somit haben auch diese kaum etwas zu befürchten. Und eine Wohnung auf Rädern bringen sie glücklicherweise auch schon mit, dann kann die SVP wenigstens nicht behaupten, alle Ausländer leben auf Kosten der Steuerzahler.

 

Nur so am Rande: Sans Papiers werden von uns übrigens nur die genannt, die keine Hartwährung einführen. Und ja, die UBS hat das dazumals etwas falsch verstanden.

 

Gerade beim Thema Katastrophen angekommen: Unheil mag ich grundsätzlich niemandem gönnen und einen 2 bis 3 Meter erhöhten Meeresspiegel ohnehin nicht – wir Berner können davon ein Lied singen, denn die Berner Matte säuft in regelmässigen Abständen ab - , aber dem grossen Kanton mit der momentanen Massenhysterie um Leeeenaaaa… da würde ich doch mal eine Ausnahme machen. Sie soll ja nun sogar ein Bundesverdienstkreuz erhalten. Zu Recht, denn wem soll man diese Auszeichnungen in Deutschland denn sonst noch verleihen? Dem politischen oder militärischen Kader? Der Staatshaushalt oder Bundeshaushaltsplan, wie er im Stammlande genannt wird, ist doch grundsätzlich ein Schuss in den Ofen. Und wenn militärisch der Schuss einmal sitzt, dann trifft man zwar einen Tanklastzug in Kundus, zugleich aber auch den Allerwertesten des deutschen Verteidigungsministers.

 

Eurovision Song Contest 2010. Das Motto war übrigens “share the moment”. Da aber zur gleichen Sendezeit Musikantenstadel lief, befürchte ich, dass das Zielpublikum diesen speziellen Moment nicht geteilt hat. Falls die Stadelfans aber doch mitgefiebert hätten, hätte das die Schweiz vor der Blamage, mit nur 2 Punkten auszuscheiden, wohl auch nicht gerettet. Da lob ich mir die Österreicher: Seit drei Jahren thront das Alpenland über der Sache und gibt das Geld lieber für Stermann und Grissemann oder den Kaiser aus. Wir dagegen müssen uns mit Giaccobo Müller abgeben. Kennen sie, liebe Anwesende, nicht? Habe ich auch nicht erwartet. Aus diesem Grund hat wohl auch noch kein Schweizer Filmschauspieler einen Oscar abräumen können. Und nein, das ist kein Bingo. Immerhin war der Schweizer Regisseur Marc Forster schon für mehrere nominiert. Leider nicht für den letzten und teuersten James Bond. Und ja, Metro-Goldwyn-Mayer als Verleihfirma steht vor dem Bankrott, weswegen der neue James Bond weder stirred noch shaked, sondern momentan nur auf Eis serviert wird.

 

Finanzlöcher, auch ein Thema, bei welchem einem der griechische Salat im Halse stecken bleibt. Und um Löcher zu stopfen, werden derweil die verschiedensten Methoden angewandt: Die einen machen es mit überhöhten Strom- und Gaspreisen, die andere sogar mit klingenden Namen, wie Top Cap und Top Cut. Fehlt eigentlich nur noch Top Gun. So wie ich aber Kim Jong-Il einschätze, wird dieser den atomaren Winter gegen die Klimaerwärmung einführen und dann haben wir ohnehin andere Sorgen, auch die bernische Stadtverwaltung: Denn diese will nämlich gegen die Frauendiskriminierung vorgehen, indem sie Fussgängerstreifen konsequent aus dem Beamtejargon verbannen will.



Womit ich weder mit Längs- noch Querstreifen zum Schluss komme und den Leopolden gerne unser uni-farbenes Geschenk überreiche: Poloshirts ohne Pferd, dafür aber mit Bier. Und die bereits gekauften Staatsanleihen von Island haben wir mittlerweile in den Eurofonds eingeworfen.

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