Die  Fuxenreise  2009  nach  Málaga  war  ein  voller  Erfolg.  So  viel  vorweg.  Die  Geschehnisse begannen aber schon am Abend vor der Abreise, als sich drei Fuxen trafen, um sich gebührend vorzubereiten:

 

Grease und Dirty Dancing 2 schauen, sich die Zehennägel pink lackieren,
pastellgrüne Gesichtsmasken auf die Haut schmieren und dazu den Vorrat an Portwein und
Erdbeerliquör leeren. Morgens um 2 torkelten aber auch wir ins Bett, um uns um halb Sie‐
ben wieder mit einem verschlafenen Bruce am Bahnhof zu treffen. Die Hinreise verlief ruhig
und  wir  durften  schon  bald  die  Mittagshitze  in  Málaga  geniessen.  Den  ausserordentlichen
Planungseifer  unseres  Führers  geniessend  nahmen  wir  irgendeinen  Bus  Richtung  Stadt,
stiegen irgendwo aus und irrten irgendwo umher bis uns eine Frau mitleidig mitteilte, dass
es bis in die Nähe des Hotels noch mindestens 45 Minuten zu Fuss sei... Also kehrten wir dem
Meer den Rücken und suchten uns ein Taxi, in der Hoffnung nicht auszurasten und dem FM
das Leben zu lassen. Der Taxifahrer schrie wie eine schrille Hupe und kaute auf seiner Faust,
aber  erstaunlicherweise  standen  wir  dann  doch  vor  dem  Hotel  und  konnten  endlich  die
Zimmer  beziehen.    Danach  ging’s  schnurstracks  etwas  essen  und  noch  schneller  an  den
Strand  und  hopp  ins  Wasser.  Aahh!  Wie  schön  wieder  einmal  im  Meer  zu  sein!  Natürlich
gönnten wir uns auch die ersten zwei drei Sangrías und lüsternen Blicke auf halbnackte Spa‐
nier (‐innen für Bruce) bevor wir uns wieder ins Hotel begaben, um uns für die lange Nacht
hübsch zu machen. Die lange Nacht war dann aber nach einigem Alkoholdurcheinander und
einer  absolut  tödlichen  Happy  Hour  schon  um  Mitternacht  zu  Ende  und  mit  zu  Berge  ste‐
henden Haaren stürzten wir uns in die Betten. Am nächsten Morgen besichtigten wir schon
mal oberflächlich die Altstadt mit der Plaza de la Constitución, der Calle Marqués de Larios,
den  unzähligen  Seitengässchen  und  natürlich  der  Catedral  de  la  Encarnación  und  kauften
ausserdem  einen  riesigen  Sonnenschirm,  eine  kaputte  Taucherbrille  und  Strandspielzeug,
das wir nie benutzten (auch das Sändeli‐Züügs von Bruce blieb jungfräulich). In der grössten
Mittagshitze tauchten wir dann ins kühle Innere der Kathedrale und bestaunten die vielfälti‐
ge Architektur (Resultat einer 254 Jahre dauernden Bauzeit), eindrückliche Gemälde, bunte
Glasfenster,  die  Orgeln  und  überhaupt  das  ganze  Ausmass  dieses  ungeheuer  grossen  Bau‐
werks. La Manquita (die kleine Einarmige; der Südturm wurde nie fertiggestellt) wurde von
den  katholischen  Königen  interessanterweise  genau  da  erbaut,  wo  früher  eine  Moschee
stand.  Beinahe  etwas  erschlagen  von  all  den  Sinneseindrücken  zogen  wir  weiter  und  be‐
staunten  noch  die  Fassaden  der  Iglesia  de  Sagrario,  Iglesia  de  San  Juan  und  der  Iglesia  del
Sagrado Corazón. Danach ging’s aber wieder zur Playa de la Malagueta, um heisse Aussich‐
ten und kühles Wasser zu geniessen. Wie immer zog es uns gegen acht Uhr wieder zurück
ins  Hotel.  Weil  die  Paella  vom  Abend  zuvor  Unwohlsein  ausgelöst  hatte,  dürsteten  Eowyn
und  Arcana  nach  Fleisch  und  so  landeten  wir  in  der  Taberna  del  Obispo  gleich  neben  der
Kathedrale und schmausten Schweinefleisch am Spiess. Die Speisen kamen so schnell, dass
wir das Bier wohl oder übel schmeissen mussten, um zum Wein übergehen zu können. Spä‐
ter am Abend wechselten wir zu Sangría im 1‐Liter‐Krug und eine dumme Wette führte da‐
zu, dass wir insgesamt fünf Liter davon (uno más!) innerhalb von cirka 2 Stunden wegkipp‐
ten. Ein Wunder, dass wir nach Hause fanden! Am nächsten Morgen besichtigten wir tapfer,
wie es sich für richtige Berchtolderfuxen gehört, die Iglesia de San Augustín, das Teatro Ro‐
mano  und  die  Alcazaba  (Palast  und  bedeutende  militärische  Konstruktion  aus  dem  11.  bis
14.  Jahrhundert).  Wir  kämpften  mit  Durst,  Hitze,  männlichen  Katzen  und  Kreislaufschwie‐
rigkeiten, genossen aber die Aussicht und das Mittelalterfeeling. Anschliessend begaben wir
uns wieder in die Taberna del Obispo und bestellten eine Runde Agua, wofür uns der Kellner
sein breitestes Grinsen schenkte... Dies konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und
genehmigten  uns  noch  zwei  Krüge  Sangría.  Danach  Strand.  Danach  Bier,  Wein  und  Paella.
Danach zwei Krüge Sangría, wobei der letzte so süss war, dass uns die Lust verging und wir
die Nacht frühzeitig beendeten. Am nächsten Morgen erkletterten wir das Castillo de Gibral‐
faro, eine Festung aus dem 15. Jahrhundert, von welcher man eine wunderbare Sicht auf die
ganze Gegend hat. Wir schlenderten einmal auf der Burgmauer um die ganze Anlage herum
und warfen zeitweise einen Blick auf die Flugshow, welche uns mit ihrem Gedröhne schon
erholsame Stunden am Strand vermiest hatte. Anschliessend bestaunten die Fuxen Picassos
komische Vorstellungen von weiblicher Anatomie und Bruce spazierte am Hafen umher, weil
er  keinen  Bock  auf  Kunst  hatte.  Am  Abend  assen  wir  lecker  italienisch  und  besorgten  au‐
sserdem Beitrittsgesuche zweier Kellner und eines Managers (Biertempus, juheee!). Auf dem
Weg in die Bar, die uns Julián empfohlen hatte, fischte man uns von der Strasse und wir lan‐
deten in einer über‐lauten und leeren Disco, wo wir gratis einen zitronig‐feinen Shot beka‐
men und gleich noch einen nahmen. Es war aber doch etwas leer, transig und laut, so dass
wir zu Morrissey’s weiterzogen, um unglaublich perfekte Mojitos und Brugalitos (Mojito mit
O‐Saft)  zu  schlürfen.  Um  2  wurden  wir  aber  auch  da  rausgeschmissen,  woran  Eowyn  und
Scuba  überhaupt  keine  Freude  hatten.  Während  Bruce  und  Arcana  sich  zu  Bett  begaben,
stapften  Eowyn  und  Scuba  zurück  in  die  Disco  und  gönnten  sich  dort  noch  zwei  weitere
Drinks und tanzten. Morgens um 6 wankten auch sie ins Bett und schliefen auf einen Schlag
ein, um nach drei Stunden fürs Frühstück und anschliessende Shopping wieder auf der Matte
zu stehen. Scuba standen vermutlich auch dann noch die Haare zu Berge, aber was kann man
schon machen? Für Eowyn im sexy Flamencokleid und Bruce im Rüschenshirt tut man alles!
Weiter ging’s dann ins Museo del Vino, wo wir uns ab dem Silberfisch auf dem archäologisch
wertvollen Buch in der Vitrine amüsierten und natürlich süssen Málaga Wein degustierten.
Mit  dem  Aufgewärmten  im  Gepäck  begaben  wir  uns  ein  letztes  Mal  an  den  Strand,  liessen
uns  von  den  Wellen  umspülen,  holten  dringend  benötigten  Schlaf  nach  und  versuchten
Málagas Wärme für die kalte Schweiz zu speichern. Auf dem Rückweg warfen wir noch einen
Blick  in  die  Stierkampfarena,  beobachteten  drei  Toreros  beim  Üben  und  diskutierten  über
das grausame Spektakel. Am Abend wollten wir noch die hübsche Santísima Trinidad, wel‐
che zur Zeit ihres Stapellaufs 1769 das grösste Kriegsschiff der Welt war und in der Schlacht
von Trafalgar 1805 sank, besichtigen und uns auf ihr einen Drink gönnen, aber leider kamen
wir zu spät. Also zogen wir weiter, genehmigten uns als Trost eine etwas edlere und teurere
Verpflegung, tranken göttlichen Wein und landeten schliesslichen wieder im Morrissey’s, wo
gerade eine Quiznight stattfand. Wir tranken zu viel, hatten enorm Spass und sogen den letz‐
ten, málagalesischen Abend nur so in uns auf... Der nächste Morgen stand ganz im Zeichen
des langsamen Fuxmajors und den nervösen Fuxen, welche ihm am liebsten einen Pungg in
den Allerwertesten gegeben hätten, damit er in die Gänge kommt. Wie auch immer, der Flug
verlief ruhig, wir mussten alle einzeln sitzen und dösten wohl meistens. Wir kamen wohlbe‐
halten  aber  müde  in  Bern  an  und  trennten  uns  mit  einem  Tränchen  im  Auge.  Schade  ist’s
vorbei! Uno más, por favor!

 

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